Wildnis im Dialog – Analyse-System für potentielle Wildnisgebiete in Deutschland

Analyse-System zur Definition und Zertifizierung von Wildnisgebieten in Deutschland

Auf der Tagung „Wildnis im Dialog“ des Bundesamt für Naturschutz zur Umsetzung der Wildnisziele stellte die European Wilderness Society ihr internationales Wildnis-Analysesystem mit nationalen Indikatoren, das sogenannte EWQA (European Wilderness Quality and Audit System), vor und setzt damit einen Standard für Mindestanforderungen für Wildnis in Europa.

Mehr als 30 führende Vertreter u.a. von Bundesamt für Naturschutz, den Bundesländern und namhaften NGOs diskutierten drei Tage über die Möglichkeiten wo und wie potentielle Wildnisgebiete identifiziert und zertifiziert werden können, um das im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) von der Bundesregierung formulierte Ziel, nach dem bis zum Jahre 2020 auf 2 % der Fläche Deutschlands Wildnisgebiete ausgewiesen sein sollen, zu erreichen. Dabei sollte eine Definition von Wildnisgebieten im Sinne des NBS auf basale Auswahl-Kriterien beruhen.

EWQA – Internationale Standardkriterien mit nationalen Indikatoren zur Umsetzung der Wildnisziele in Europa

Die European Wilderness Society hat Kriterien und Mindestanforderung für Wildnis in Europa entwickelt und im europäischen Kontext präsentiert. Das erprobte EWQA Wildnis-Analysesystem basiert seit 2012 auf der weit vereinbarten Definition von Wildnis und Wildnisgebieten. Bei der Entwicklung arbeitete die European Wilderness Society eng mit führenden NGOS sowie Regierungsbehörden und Managern von Schutzgebieten unter anderem  des WRI, ProPark, OETE, ECO Österreich, WWF Österreich, WCPA, IUCN, Wild Europe, BfN (Lebensraumgröße) zusammen.

Die Kriterien und Indikatoren  stellen fest in wie weit sich der Mensch aus den Wildnisgebieten zurückgezogen hat und der Wildnis einen ergebnisoffenen ungelenkten Prozess von Kommen und Gehen ermöglicht. Die derzeit englische Version des EWQA Wildnis-Analysesystems wird selbstverständlich in die Landessprachen übersetzt und den potentiellen deutschen Wildnisgebieten und Wildnisentwicklungsgebieten als Vorbereitung für die bevorstehende Zertifizierung zur Verfügung gestellt. Ein Workshop zur Koordinierung der europäischen Indikatoren auf deutsche Besonderheiten wie Flussauen, Bergbaufolgelandschaften, Truppenübungsplätze oder Buchenwälder wird bereits von der European Wilderness Society zusammen mit ihren deutschen Partnern in Ausarbeitung und wird in Kürze bekannt gegeben. Eine adäquate Vermittlungen der Wildnisidee und eine Koordination der weiteren Vorgehensweise sind also unbedingt erforderlich, wenn dieses erreicht werden soll.

Wildnis im Dialog Tagungsreihe wird fortgesetzt

Das Bundesamt für Naturschutz will mit dem Workshop „Wege zu mehr Wildnis“ der Tagungsreihe „Wildnis im Dialog“ hierfür wichtige Impulse geben und gemeinsam mit den Teilnehmern und Referenten Lösungswege erarbeiten. Im September 2015 findet die Fortsetzung dieser Diskussion statt.

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Max A.E. Rossberg

Max A. E. Rossberg is an avid WIlderness Advocates with extensive experience in Sustainable Tourism Strategies and Multistakeholder planning processes.

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